Räuspern

Räuspern ist in unserer Praxis immer wieder Thema: entweder die Patienten merken gar nicht, wie häufig sie räuspern oder sie leiten bereits entschuldigend ein „Jaja, ich weiß, man darf nicht räuspern“.

 

Sie berichten von einem Kratzen oder Jucken im Hals oder dem Gefühl, dass da „was ist“, was aus dem Hals befördert werden muss. Kurzzeitig helfe es auch, den belegten Stimmklang wieder „sauber“ zu bekommen.

 

Doch was passiert beim Räuspern?

 

Der Kehlkopf mit den Stimmbändern liegt oberhalb der Luftröhre. Um zu räuspern schließen wir die Stimmbänder und atmen aus – durch den in der Lunge entstehenden Überdruck werden die Stimmbänder dann aufgesprengt. Dadurch, dass wir beim Räuspern die Stimmbänder nicht so fest zusammendrücken wie beispielsweise beim Husten, entsteht nun ein unkontrolliertes gepresstes „Geflatter“, was auch als reibendes, harsches Geräusch hörbar ist. Ein Teufelskreis wird in Gange gesetzt: Wir räuspern, um dem Fremdkörpergefühl zu begegnen, die Schleimhäute produzieren verstärkt Schleim, um sie zu schützen. Auf Dauer werden die Stimmbänder geschädigt.

 

Tipps:

 

Trinken Sie ausreichend, um die Schleimhäute feucht zu halten

 

Nach maximal 4 – 6 Wochen Räusperzwang die Ursachen abklären lassen

 

Salbei, Kamille und Panthenol wirken positiv, Nikotin,ätherische Öle und Säurehaltiges negativ auf die Schleimhäute ein

 

Wenn unbedingt nötig: statt Räuspern vorsichtig Husten oder noch besser: schnelles, tonloses Ausatmen (wir zeigen es Ihnen ger ne!)

 

Mögliche Auslöser und Therapien:

 

Gepresste Stimmgebung

 

Was: Wenn die Stimmbänder durch eine unökonomische Sprechweise strapaziert werden, kann diese mechanische Belastung zu Reizungen und Schwellungen im Kehlkopf führen.

 

Behandlung: Logopädische Stimmtherapie, ggfs. Phonochirurgie

Wer: Logopäde, Phoniater

 

Postnasal-Drip-Syndrom

 

Was: Zähflüssiger Schleim, der oft während und noch nach einer Erkältung (z.B. infolge einer Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis)), von den Patienten als sehr störendes Fremdkörpergefühl wahrgenommen wird

 

Behandlung: ggfs. Antibiotika, Schleimlöser

Wer: HNO, Phoniater, Hausarzt

 

Allergien z.B. gegen Hausstaubmilben

 

Behandlung: Allergietest und ggf. medikamentöse Behandlung oder Desensibilisierung

 

Wer: HNO, Phoniater, Hausarzt, Allergologe

 

Reflux

 

Was: Ein Teil des Mageninhaltes steigt die Speiseröhre hinauf (häufig besonders nachts im Liegen) und greift dann von unten die empfindlichen Schleimhäute des Kehlkopfes an. Diese Reizung wird als Brennen und Kratzen wahrgenommen.

 

Behandlung: Protonenpumpenhemmer (Medikamente, die die Produktion von saurem Magensaft unterbinden) Nahrungsumstellung

 

Wer: HNO, Phoniater, Gastroenterologe, ggfs. Ökotrophologe

 

Tumore oder andere gut- oder bösartige Gewebeveränderungen

 

Behandlung: diagnostische Abklärung und entsprechende Weiterbehandlung

 

Wer: HNO, Phoniater, ggfs. Onkologe, Nuklearmediziner

 

Sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gern!


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