Sprechen vor Publikum

Stellen Sie sich die typischen Redner-Karikaturen vor: Ein Mann hält sich mit hochrotem Kopf und heraustretenden Halsvenen an seinem Rednerpult fest, die Hand unterstützt, in vehementer Eintönigkeit auf das Pult hämmernd, den unnatürlich betonten Satzverlauf. Das Publikum zuckt bei jeder zu lauten Silbe zusammen und freut sich nur noch auf die Ruhe nach dem Sturm.

 

Eine Frau steht auf der Bühne, kompetent, vielleicht, man weiß es nicht genau, weil die dünne hohe Stimme den Beschützerinstinkt aktiviert und man sie eigentlich nur noch retten möchte. Je unruhiger das Publikum wird, längst ist der Faden verloren, desto höher steigt das Kinn und desto schriller wird die Stimme.

 

Sprechen vor vielen Menschen ist aufregend. Bleiben Sie dabei in Kontakt mit sich selbst und Ihren Zuhörern.

 

„Be excited!“

 

Nehmen Sie Ihre Aufregung an! Führen Sie sich die positiven Aspekte Ihres Auftrittes vor Augen - und freuen Sie sich darauf, anstatt sich mit einem „ich bin ruhig, ich bin entspannt“ selbst „runterbringen“ zu wollen.

 

„Erstmal ankommen“

 

Wenn Sie  die Bühne betreten, kommen Sie erstmal an: „SAS: Stehen – Augenkontakt – Sprechen“. Wenn Sie (zu) schnell mit Ihrem Vortrag beginnen, geht Ihnen die Phase von Ankommen, Durchatmen, Kontaktknüpfen verloren und Ihre ersten Inhalte erreichen nicht Ihr (ebenfalls noch nicht angekommenes) Publikum.

 

„Dialogisches Sprechen“

 

Machen Sie sich bewusst, dass es ein Dialog – kein Monolog! – ist. Nehmen Sie Kontakt auf, das bedeutet, vor dem Sprechen nach Ihren Adressaten zu schauen. Auch während des Vortrags vergewissern Sie sich, ob noch alle dabei sind. Blicken Sie auf: Sie haben Zeit, zu Atem zu kommen und Ihr Publikum kann das Gehörte verarbeiten. Um das Gefühl der Kommunikation noch zu stärken können Sie auch rhetorische Fragen stellen: „Kennen Sie auch die Situation, in der…“

 

„Gelebte Sprache“

 

Schreiben Sie Ihre Rede möglichst selbst und bleiben Sie authentisch: Sie brauchen kein Scherzkeks zu sein, wenn es Ihnen nicht entspricht. Vermeiden Sie Schachtelsätze und unnötige Fremdworte. Üben Sie vorher Ihre Rede laut und überprüfen Sie sie auf Sprechflüssigkeit.

 

„Nach vorne schauen“

 

Verlieren Sie nicht den Kontakt zum Zuhörer. Lesen Sie so wenig wie möglich ab, sondern bleiben Sie hauptsächlich nach vorne ausgerichtet – definitiv während Sie sprechen. Gerade die Unterstützung durch Power Point oder Beamer verleitet zum Wegdrehen vom Publikum.

 

„Im Brustton der Überzeugung“

 

Die eigene optimale Sprechstimmlage auch bei Aufregung und lauterem Sprechen zu halten, ist manchmal nicht ganz leicht. Summen Sie vor Ihrem Vortrag in der Bruststimme und legen Sie dabei die Hand auf das Brustbein: sie spüren die leichte Vibration. Während des Vortrages kann diese Geste helfen, die Stimme wieder in die Brustlage zu bringen.

 

„Hörner zeigen“

 

Rufen Sie Ihre Inhalte nicht mit gestrecktem Hals nach draußen. Bleiben Sie in der Aufrichtung, heben Sie Ihr Brustbein und „zeigen Sie Ihre Hörner“ – gepaart mit einem Lächeln, das auch immer hörbar ist, ziehen Sie Ihr Publikum zu sich heran.

 

Sprechen Sie mich an, wir bringen Sie auf die Bühne!


E-Mail